2015-12-08

Does GND define authoritative headings?

I already wrote about authority files. In that post I said about Integrated Authority File (GND) which is "operated cooperatively by the German National Library, all German-speaking library networks, the German Union Catalogue of Serials (ZDB) and numerous other institutions" (source):

In the Integrated Authority File a numeric ID (GND ID) is used to identify an authority record. Likewise, each bibliographic record that references this authority record uses the GND ID.

Furthermore, I would even say that this ID is kind of the authoritative "heading" that enables searching for resources about Princess Diana in every data base that uses GND. But a heading in the sense of an authoritative string that all GND users use to refer to Princess Diana does not exist.

On the verge of an edit war ;-)

In December 2013 I had already edited the Wikipedia entry on "Authority Control" to reflect this practice (Edit 1).

Wikipedia user Gymel (Thomas Berger) doesn't agree as you can see by his reverts of my changes (Edit 2, Edit 4 after I put the GND ID back in Edit 3). As this topic can hardly be discussed in Wikipedia commit messages I am writing this post to provide some evidence for my thinking in the hope that the Wikipedia entry will be corrected (once again) soon.

What are "headings", anyway?

Wikipedia says:

In library science, authority control is a process that organizes library catalog and bibliographic information by using a single, distinct name for each topic. The word authority in authority control derives from the idea that the names of people, places, things, and concepts are authorized, i.e., they are established in one particular form. These one-of-a-kind headings are applied consistently throughout the catalog, and work with other organizing data such as linkages and cross references.

In short, headings are authorized names that

  1. are applied consistently throughout the catalog and
  2. are used for linkages and cross references.

With regard to GND (and many other authority files), one would have to adjust point 1: As there is no one catalog GND is maintained for, it should rather read "applied consistently throughout catalogs". Accordingly, below I will have a look at many catalogs from different GND users to see whether there is consensus on one authoritative heading across these different catalogs.

With regard to Geman-speaking cataloging practice, I argue that

  1. no authoritative name strings exist that are applied across catalogs of all GND users, but authoritative strings may only exist within a single catalog
  2. linkages and cross references are exclusively managed by using the GND ID and not a string.

Evidence

Below I am providing some evidence for the two points I made above.
Usage of different headings for presentation purposes

Taking our example Princess Diana (GND ID 118525123), I looked at several data sources to see which heading they use. Interestingly, you just have to look at different representations of the authority record from the German National Library (DNB) alone and will already find different headings in use:

The DNB-OPAC uses Diana, Wales, Prinzessin. We might think that this is the authoritative string. The GND RDF provided by DNB using the GND ontology defines both a "preferred name entity" and a "preferred name". We can already find a differrence here – at least in punctuation:


<http://d-nb.info/gnd/118525123>
        gndo:preferredNameEntityForThePerson [
            gndo:epithetGenericNameTitleOrTerritory "Wales, Prinzessin"^^<http://www.w3.org/2001/XMLSchema#string> ;
            gndo:personalName "Diana"^^<http://www.w3.org/2001/XMLSchema#string>
        ] ;
    gndo:preferredNameForThePerson "Diana <Wales, Prinzessin>"^^<http://www.w3.org/2001/XMLSchema#string> .

Taking a look at the DNB-MARC, we can see that birth and death date sneak into the heading (I may be wrong here as I am not very familiar with MARC, really):


        <datafield tag="100" ind1="0" ind2=" ">
            <subfield code="a">Diana</subfield>
            <subfield code="c">Wales, Prinzessin</subfield>
            <subfield code="d">1961-1997</subfield>
        </datafield>

We will also find headings for Princess Diana (GND ID 118525123) that include birth and death dates in data bases of other GND maintainers:

hbz union catalogue: Diana, Wales, Prinzessin, 1961-1997"

GBV union catalogue: Diana <Wales, Prinzessin> *1961-1997*

SWB union catalogue actually has two different headings: Diana, Wales, Prinzessin [1961-1997] and recorded as "Ansetzung Landesarchiv BW": Wales, Diana; Prinzessin; 1961 - 1997 | 118525123

Kalliope (for example this record): Diana <Wales, Princess> (1961-1997)

At last we have two entries that follow the different punctuation versions of the DNB.

HeBIS (e.g. this record): Diana, Wales, Prinzessin

BVB: Diana <Wales, Prinzessin>

Usage of GND IDs for linking

This should be clear to everyone that name strings aren't used for linking to GND entries. As example, I only point to the wide-spread practice of creating beacon files to point to ones catalogued resources on the basis of GND IDs: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:BEACON.

tl;dr

The Integrated Authority File (GND), operated cooperatively by a large group of libraries and library service centers in German-speaking countries, does not define authoritative name strings (= headings) to be used across the different catalogs of GND users.

2015-10-26

Bibliotheksbärendienst, die Dritte

Eigentlich wollte ich doch bereits mit dem vorletzten Beitrag mein Soll für dieses Jahr erfüllt haben. Mindestens ein weiterer Beitrag ist aber offensichtlich noch nötig...

Was lief

Nach meinem Beitrag vom Mittwochabend bekam ich Freitagmorgen eine E-Mail von der Person, deren E-Mail ich in meinem Blog zitiert hatte, mit einer unbegründeten Aufforderung, die Angaben aus Ihrer Nachricht und ihren Namen umgehend von meinem Blog zu löschen. Da mir so etwas bisher nicht passiert ist, versetzte mich die Sache in ganz schöne Aufregung. Ein befreundeter Jurist und ich versuchten in kurzer Zeit, die rechtliche Lage einzuschätzen, insbesondere lasen wir auch diesen Text von Thomas Stadler, der im folgenden noch desöfteren genannt werden sollte.

Auch wenn wir beide die Lage so einschätzten, dass mein Zitat höchstwahrscheinlich keine rechtlichen Folgen haben könnte, empfahl mein Freund mir, es vorerst aus dem Blog zu nehmen. Schließlich sei die Sache nicht sicher, so "beispielsweise das Landgericht Köln regelmäßig auch die Veröffentlichung von Briefen, die berufliche oder geschäftliche Fragen betreffen, für unzulässig hält" wie es in dem genannten Text heißt. Ich ersetzte den Text durch eine Anmerkung, dass ich zur Löschung aufgefordert worden war und informierte De Gruyter. Meine Reaktion lässt sich zum einen damit erklären, dass mir schlicht die Gelassenheit und Standhaftigkeit für einen souveränen Umgang mit der Sache gefehlt haben. Zum anderen war es mir aber mittlerweile auch unangenehm, den Absendernamen genannt zu haben. Klaus Graf hatte zwar bereits auch einen Beitrag zu der Sache veröffentlicht, so dass also die Sache ohnehin nicht mehr rückgängig zu machen war – allerdings ohne den Namen zu nennen.

Die Sache ließ mir aber nach der Löschung keine Ruhe und ich war schnell unzufrieden, der Aufforderung ohne Notwendigkeit nachgekommen zu sein. Ich schrieb eine weitere E-Mail an De Gruyter, in der ich darstellte, dass die derzeitige Lage für keinen zufriedenstellend sei. Mit Verweis auf den Stadler-Text wies ich auf die Rechtmäßigkeit meines Vorgehens hin und schlug vor, das Zitat ohne Nennung des Absenders wieder in den Beitrag aufzunehmen. Auch wies ich De Gruyter darauf hin, dass sie am Streisand-Effekt kein Interesse haben dürften. Die nächste De-Gruyter-Antwort kam dann von der nächsthöheren Hierarchieebene in einem deutlich gelasseneren Ton. Es hieß nun, De Gruyter habe sich von Anfang nicht an der Wiedergabe der Verlagsposition in meinem Blogbeitrag gestört, sondern lediglich an dem direkten Zitat aus einer Geschäftsmail. Eine Paraphrase des Mail-Inhalts wäre nie als ein Problem angesehen worden. Bisher – so teilte ich De Gruyter daraufhin mit – habe sich die Sache für ich ganz anders angehört, schließlich lautete der Betreff der ersten E-Mail "Aufforderung zum Löschen" und nicht "Aufforderung zum Paraphrasieren". Was da bei De Gruyter wirklich ablief, kann ist jede/r eingeladen, sich selbst auszumalen.

Offensichtlich hatten sie auch eine Löschaufforderung an Klaus Graf geschrieben, der dies sofort auf Inetbib publik machte. Ich aber wollte die Sache hinter mich bringen und entschied mich zum zweiten, aktuellen Update des Blogposts inklusive Paraphrase der E-Mail. So weist der Text zumindest keine Lücke mehr auf und lädt zur Diskussion des eigentlichen Sachverhalts ein. Ich twitterte das Update und sendete eine Mail an Inetbib.

Was kam

Im folgenden haben sich Klaus Graf – der zunächst zur Solidarität mit mir aufgerufen hatte – und Dietrich Pannier zur Löschung kritisch geäußert und auch Eric Steinhauer wies mich auf Twitter darauf hin, dass ich das Recht auf meiner Seite habe und es sich lediglich um "Stilfragen" handele.

Klaus Graf hat sogar einen Überblick über die Rechtsprechung und Literatur zum Thema erstellt und kommt zu dem Schluss:

Grundsätzlich ist bei der Veröffentlichung fremder E-Mails trotzdem Vorsicht geboten. Aber bei harmlosen Fällen wie der Causa De Gruyter sind übermäßige Ängste nicht am Platz. Eindeutig war die Stellungnahme des Bibliotheksjuristen Dietrich Pannier in INETBIB:

http://www.inetbib.de/listenarchiv/msg56677.html

Pohl habe mit dem Zitat "weder Latten der Höflichkeit noch des Rechts gerissen [...]. Man kann es auch so empfinden, dass der forsche, aber rechtlich unbeachtliche Vorhalt des Verlag geeignet sein könnte, weitere Personen von Anfragen abzuhalten."

Ich gebe Klaus Graf und Dietrich Pannier recht. Niemand sollte generell auf ein Zitieren von E-Mails zu verzichten, und ich rate, bei einer solchen Reaktion Ruhe zu bewahren und nicht voreilig zu löschen. Am besten macht man sich schon vor der Veröffentlichung von E-Mailzitaten im Web mit der Rechtslage vertraut. Da die Sache nun einmal so gelaufen ist, belasse ich es dabei und kann mich damit trösten, eine ganze Menge dabei gelernt zu haben.

Was bleibt

So wichtig Diskussionen darüber sind, ob und wie man am besten E-Mails im Web zitiert, wichtiger ist es, dass es auch in der Sache weitergeht. Die von mir im letzten Beitrag gestellte Frage ist für mich immer noch nicht abschließend beantwortet. Ich habe unterschiedliche Meinungen zur Rechtslage in Bezug auf das kostenpflichtige Angebot von Bibliotheksdienstartikeln durch De Gruyter gehört. Klaus Graf bezeichnet dies als Verstoß gegen das Urheberrecht:

Eine Retrodigitalisierung ohne Zustimmung des Autors bei Zeitschriften, bei denen nicht ausdrücklich ausschließliche Nutzungsrechte über das eine Jahr des § 38 UrhG hinaus übertragen wurden, ist auch mit Blick auf § 137 L UrhG ein Verstoß gegen das Urheberrecht.

Absichern lässt sich das auch mit der Zweckübertragungslehre:

https://de.wikipedia.org/wiki/Zweck%C3%BCbertragungslehre

Eric Steinhauer hält das Angebot für legal und verweist in einer direkten Nachricht an mich auf Jani, in: Wandtke/Bullinger, § 137l, Rn. 14, wo es heißt:

Sofern der Vertragspartner die Nutzungsrechte in dem von § 137l geforderten Umfang erworben hat, kann er die Sammlung und die in ihr enthaltenen Einzelwerke ... digital herausbringen (Schulze UFITA 2007/III, 641, 691). Ein juristischer Fachverlag darf so z. B. ältere Jahrgänge einer Zeitschrift auf DVD oder in einer Online-Datenbank anbieten. Bezogen auf die einzelnen Werke ist diese Befugnis wegen § 38 nicht exklusiv.

Steinhauers Fazit: "DeGruyter kann also digitalisieren, aber die Autoren der Althefte dürfen ihre Artikel weiterhin online stellen." (Siehe dazu auch den Kommentar von Klaus Graf als Antwort auf Bernhard Mittermaiers Anfrage.)

Ich kann und möchte das rechtlich nicht beurteilen und habe keine Zeit und Lust, mich näher damit auseinanderzusetzen. Da hier gegensätzliche Meinungen vorliegen, fänd ich es angemessen, wenn auch De Gruyter sich zu der Sache äußert und die rechtlichen Erwägungen darlegt, die einer kommerziellen Re-Publikation der Bibliotheksdienstbeiträge vorausgingen. Eventuell gibt ja demnächst auch der Vertrag zwischen der ZLB und De Gruyter zur Übergabe des Bibliotheksdienst Aufschluss über die Sache. Klaus Graf hat eine Informationsfreiheitsanfrage diesbezüglich gestellt...

Was tun

Ich sehe drei Handlungsfelder.

  1. Es scheint klar zu sein, dass alle Autorinnen und Autoren ihre Bibliotheksdienst-Artikel anderswo online stellen können. Ich würde mich freuen, wenn in nächster Zeit mehr und mehr Artikel unter CC0, CC-BY oder CC-BY-SA im Netz auftauchen würden. Es gibt dazu verschiedenste Plattformen. Ich habe in der Vergangenheit am liebsten E-LIS benutzt, da dauert eine Publikation aber eine ganze Weile (Ist halt von und für Bibliothekar/innen ;-). Ansonsten gibt es auch eine Menge anderer Dienste wie ResearchGate, die eine Publikation von Artikeln im Web ermöglichen. (Man sollte nur darauf achten, nicht so etwas wie Scribd oder Academia.edu zu benutzen, wo ein Download Konto und Login beim jeweiligen Dienst voraussetzen.)
  2. Die Referenzierung von Closed-Access-Artikel bei De Gruyter sollte vermieden werden, insofern es eine frei zugängliche Version desselben Textes gibt. Zwar sind die bei De-Gruyter angebotenen Artikel aus verschiedenen Gründen eine deutlich attaktivere Referenz in einem Artikel als etwa ein Link auf das ZLB-Archiv (siehe dazu meinen Kommentar). Da die De-Gruyter-Version nicht Open Access ist, ist das ZLB-Archiv aber vorzuziehen.
  3. Vergangene Veröffentlichungen im Bibliotheksdienst oder anderweitige Nicht-Open-Access-Publikationen lassen sich zwar nicht mehr rückgängig machen, allerdings lässt sich Closed Access bei zukünftigen Publikationen leicht verhindern. Ich kann nur unterstreichen, was Christian Hauschke dazu auf Infobib geschrieben hat:

    Wer offene Fachkommunikation befördern möchte – und nur offene Fachkommunikation ist in meinen Augen tatsächlich stattfindende Fachkommunikation – hat eigentlich keine Ausrede mehr. Egal, ob man sich mit der Schweizer Verbundlandschaft, mit Problemen beim Einsatz von Textvergleichsprogrammen zur vermeintlichen Plagiatsvermeidung, mit sozialer Bibliotheksarbeit, Anforderungen an einen Fachinformationsdienst, RFID in Bibliotheken oder mit Barrierefreiheit für Digitale Bibliotheken beschäftigt: Es gibt eigentlich kein Thema mehr, für das sich nicht ein Ort außerhalb der früher mal üblichen Zeitschriften finden würde. Schön wäre dann noch der Schritt weg von den sattsam bekannten Sammelbänden, die meist doch eh nur Artikelsammlungen sind, hin zu Themenschwerpunkten in OA-Zeitschriften.

2015-10-21

Wie werden Nutzungsrechte übertragen?

Wie in meinem letzten Beitrag angekündigt, hatte ich eine Mail an De Gruyter geschrieben mit dem Wunsch, dass mein Bibliotheksdienstartikel von 2009 nicht weiter auf der De-Gruyter-Webseite gegen einen Betrag von 30 Euro angeboten würde. Am 9. Oktober erhielt ich eine Antwortmail von De Gruyter.

Update II: Nachdem ich das ursprüngliche Original-E-Mail-Zitat an dieser Stelle nach einer Aufforderung von De Gruyter zum Löschen desselben heute (2015-10-23) morgen ersatzlos entfernt hatte (Update I), hat De Gruyter mir erklärt, dass es sich ausschließlich an meinem Zitieren von Geschäftsmails gestört hätte, wo eine Paraphrasierung der Verlagsposition geboten gewesen wäre. Ich entschuldige mich hiermit insbesondere für die ursprüngliche Nennung des Absendernamens – das ist in der Tat kein guter Stil – und komme dem Wunsch nach Paraphrasierung nach:

In der E-Mail hieß es, ZLB und De Gruyter hätten vertraglich vereinbart, dass die Bibliotheksdienstes-Jahrgänge von 1967 bis 2012 von De Gruyter retrodigitalisiert[*] und anschließend gegen Geld im Web angeboten werden könnten. Die ZLB habe somit diese Verwertungsrechte an De Gruyter übertragen.

Die Antwort von De Gruyter wirft in meinen Augen die grundlegende Frage auf, ob die ZLB die Verwertungsrechte für die Jahrgänge 1996 bis 2012 überhaupt je besessen hatte, die sie an De Gruyter verkauft haben soll. Soweit ich weiß, gab es keine schriftlichen Verträge zwischen der ZLB und den Autor/innen, ich zumindest habe so etwas nie unterzeichnet. Was es gab, war die dokumentierte Publikationspraxis, dass Artikel zunächst in der Printfassung und drei Monate später frei zugänglich im Web veröffentlicht wurden. So hieß es etwa noch im August 2012 auf der Startseite des Bibliotheksdienst (Wayback Machine): "Die Beiträge der Rubrik "Themen" der einzelnen Hefte werden drei Monate nach Erscheinen der Druckausgabe online im PDF-Format veröffentlicht, die Stellenanzeigen ca. 14 Tage nach Erscheinen der Druckausgabe." Vor diesem Hintergrund halte ich es für zweifelhaft, dass die ZLB alle wesentlichen Nutzungsrechte an den abgelieferten Artikeln erhalten hat, was sicher notwendige Voraussetzung ist, um sie an De Gruyter veräußern zu können.
Mich würde interessieren, wie die rechtliche Situation von Menschen eingeschätzt wird, die sich mit Nutzungsrechtfragen besser auskennen.

Was indes den von mir verfassten Text angeht, kann ich – auch wenn ich die Argumentation rechtlich fragwürdig halte – niemanden davon abhalten, ihn gegen Geld zu verbreiten. Schließlich habe ich den Artikel selbst unter CC-BY lizenziert, was wiederum voraussetzt, dass ich – und damit andere Autor/innen wohl auch – die ausschließlichen Nutzungsrechte nicht an die ZLB abgegeben habe...

[*] Auf meine Nachfrage hin wurde bestätigt, das tatsächlich die gedruckten Hefte aller Jahrgänge des Bibliotheksdienst digitalisiert worden seien, auch die Jahrgänge 1996 bis 2012, deren Artikel bereits in durchsuchbarer elektronischer Form vorlagen.

2015-09-29

Bibliotheksbärendienst

Gestern wollte ich auf einen Artikel im Bibliotheksdienst aus dem Jahr 2009 verlinken. Leider hat der alte Link auf den Einzelartikel bei der ZLB nicht mehr funktioniert und tut dies wohl schon länger nicht mehr. Die Wayback Machine hat ihn das letzte Mal im August 2013 archiviert. Bei de Gruyter, das den Bibliotheksdienst mittlerweile betreibt, werden 30 Euro für den Artikel verlangt. Mir wird schlecht, wenn ich das sehe, vor allem, weil ich damals vor Veröffentlichung des Artikels sichergestellt habe, dass ich den Preprint zeitgleich unter einer CC-BY-Lizenz veröffentlichen kann (siehe dazu den ersten Übertext-Blogpost von 2009).

Ich hatte von der Diskussion anlässlich des Wechsels von Bibliotheksdienst zu de Gruyter in Erinnerung, dass es ein 12-monatiges Embargo für Bibliotheksdienst-Artikel geben würde, nach dessen Ablauf sie frei im Internet verfügbar sind. Dem widerspricht, dass fast 50 Jahre alte Beiträge bei de Gruyter nur gegen Geld erreichbar sind.

Nachdem ich auf Twitter nachgefragt hatte, hat Jörg Prante mich darauf hingewiesen, dass die Jahrgänge 1996-2012 ja weiterhin bei der ZLB online zugreifbar sind. Leider sind in der Tat nur ganze Jahrgänge oder einzelne Hefte sowie einzelne Seiten verlink- und downloadbar (siehe hier), der direkte Zugriff auf einen einzelnen Artikel ist gar nicht mehr möglich.

Mein Fazit zum Angebot der Biblbiotheksdienst-Inhalte.

  1. alte ZLB-Artikel-URLs zu Artikeln von funktionieren nicht und sind nur noch via Wayback Machine aufrufbar
  2. stattdessen bietet die ZLB gar keine URLs oder gar DOIs für einzelne Artikel mehr an, man kann nur noch einen ganzen Jahrgang oder ein gesamtes Heft verlinken und runterladen, was eine vernünftige Zitierweise unmöglich macht.
  3. De Gruyter hingegen hat DOIs für die einzelnen Artikel von 1967 bis 2015 und nimmt 30 Euro pro Artikel.
  4. Das bedeutet, dass ein Online-Zugriff auf die BD-Artikel von 1967 bis 1995 auschließlich gegen Geld möglich ist.

Nachdem die Online-Version meines Artikels (damals nach einem dreimonatigen Embargo) veröffentlicht war, hatte ich auch die Verlagsversion parallel veröffentlicht. Zum Glück wir diese bei einer Google-Suche nach dem Artikeltitel auch am höchsten gerankt. Nichtsdestotrotz soll auch die De-Gruyter-Fassung frei zugänglich sein, und ich werde De Gruyter dazu mit Verweis auf diesen Blogpost auffordern.

Im übrigen gebe ich Klaus Graf echt, wenn er schreibt:

Es ist doch ein Skandal, dass die älteren Ausgaben , die in der ZLB Open Access waren, bei De Gruyter nun GELD kosten! Wieso thematisiert niemand diese Ungeheuerlichkeit? Was ist das für eine erbärmliche verrottete Zunft, die zum Aufdecken von Misständen einen Außenseiter wie mich braucht?

Ich hatte das Ganze einfach bisher nicht mitbekommen und leiste (“Besser spät als nie.”) jetzt einen kleinen Beitrag dazu, dieser Praxis von De Gruyter ein Ende zu setzen. (Ausdrücklich rege ich mich hier NICHT über Klaus Grafs Ton auf. Der Mann hat einfach meistens recht, wenn es um Bibliotheken und Open Access geht und das ewige Auf-die-Netiquette-Verweisen lenkt nur von der nötigen Auseinandersetzung ab.)

Einen Beitrag von mir im Bibliotheksdienst wird es in Zukunft übrigens nicht mehr geben. Ich rufe auch alle anderen dazu auf, lieber in Open-Access-Alternativen wie Informationspraxis oder Libreas oder auch einfach in einem Blog zu veröffentlichen.

2014-07-10

Name Authority Files & Linked Data

I haven't been spending very much time following the developments regarding the Bibframe vocabulary and only follow the Bibframe mailing list sporadically. That's why I am happy when someone else makes the effort to take a deeper look at the vocabulary and reports the results. That is what Robert Sanderson did with his text titled "Differences between BibFrame and other Linked Open Data Approaches".

The Problem: Using strings as/instead of identifiers

In his text, Rob wants to "point out the differences between BibFrame's use of RDF and other more common usage patterns". This blog post only discusses the first of the differences Rob points out in the chapter "String Authorities rather than Identifiers": Instead of putting the focus on interlinking things (bibliographic resources, persons, concepts, organisations etc.) identified by URIs, Bibframe emphasizes an approach that rather builds on using blank node identifiers and defining authorities by a canonical string like "Tolkien, J. R. R. (John Ronald Reuel), 1892-1973". Rob writes:

"BibFrame tries to make use of existing authority records and canonical string-based labels due to its background in MARC, a format designed to be as compact as possible for adding metadata to strings. Unfortunately, this does not map well into Linked Data which makes use of identifiers to globally and uniquely distinguish real world and digital entities. These two world-views collide in the use of Authorities in BibFrame."

By and large, I agree with Rob's diagnosis. It is important to note that this "string approach" isn't limited to Bibframe (as Rob says himself when he refers to MADS) but to a whole approach of representing authority data in RDF. Also, this isn't solely a MARC thing but is based on the Anglo-American cataloging practice in general. In fact, one can easily use MARC with an identifier-based authority approach as a look at some MARC records of German libraries shows. (Further down more about this.)

There are different practices of authority cataloging

What became clear to me while reading Rob's text is that German libraries might better be avoiding Bibframe, at least if its focus stays on a string-based authority approach. The following statement by Rob may be true for the Anglo-American cataloging practice:

An "authority is about the approved form in which the person's name should be recorded as a string, it does not identify the person directly. (...) This is a fundamental difference between regular Linked Open Data and BibFrame's use of RDF. BibFrame relies on strings, due to its heritage, whereas LOD makes use of identity."

Accordingly, the Library of Congress describes its name authority file as follows (my emphasis):

"The Library of Congress Name Authority File (NAF) file provides authoritative data for names of persons, organizations, events, places, and titles."

Accordingly, this is what the authority RDF for Tolkien looks like in the Library of Congress name authority (snippet):

@prefix rdf: <http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#> .
@prefix madsrdf: <http://www.loc.gov/mads/rdf/v1#> .
@prefix identifiers: <http://id.loc.gov/vocabulary/identifiers/> .

<http://id.loc.gov/authorities/names/n79005673>
    a madsrdf:Authority, madsrdf:PersonalName, skos:Concept ;
    identifiers:lccn "n 79005673" ;
    identifiers:oclcnum "oca00239830" ;
    madsrdf:authoritativeLabel "Tolkien, J. R. R. (John Ronald Reuel), 1892-1973"@en ;
    madsrdf:elementList ([
            madsrdf:elementValue "Tolkien, J. R. R."@en ;
            a madsrdf:FullNameElement
        ]
        [
            madsrdf:elementValue "(John Ronald Reuel),"@en ;
            a madsrdf:FullNameElement
        ]
        [
            madsrdf:elementValue "1892-1973"@en ;
            a madsrdf:DateNameElement
        ]
    ) ;
    madsrdf:hasExactExternalAuthority <http://viaf.org/viaf/sourceID/LC%7Cn+79005673#skos:Concept> ;
    madsrdf:identifiesRWO [
        madsrdf:birthdate "18920103" ;
        madsrdf:deathdate "19730902" ;
        madsrdf:hasAffiliation [
            madsrdf:affiliatedWith "University of Leeds" ;
            a madsrdf:Affiliation
        ], [
            madsrdf:affiliatedWith "University of Oxford" ;
            a madsrdf:Affiliation
        ] ;
        a madsrdf:RWO, <http://xmlns.com/foaf/0.1/Person>
    ] .

One may find information about the "real word object" in this RDF but it doesn't get that much attention as it not even gets its own URI but is only identified by a blank node. (We will see further down that Library of Congress's approach is unique in this respect compared to other RDF authority files worldwide.)

About cataloging practice in Germany and Austria, though, one can not say that it "relies on strings" . A central tool for German-speaking catalogers is the German Integrated Authority File — created and curated by many different institutions in the German-speaking world. The Integrated Authority File exists since 2012 and is the product of integrating three different authority files for persons, corporate bodies and subject headings. It is described by the Deutsche Nationalbibliothek (DNB) as follows.

"The Integrated Authority File (GND) contains data records representing persons, corporate bodies, congresses, geographic entities, topics and works."

This already sounds a bit different and doesn't mention "names" at all. Let's take a deeper look at the German cataloging practice regarding authorities.

German ID-based authority practice

In the Integrated Authority File a numeric ID (GND ID) is used to identify an authority record. Likewise, each bibliographic record that references this authority record uses the GND ID. For an example take a look at these two MARC XML records from DNB.

This cataloging practice emerged in the 1990s and makes German library data "linked data ready". The Integrated Authority File data was one of the first linked data publications in the German library world. Publishing the authority data, Deutsche Nationalbibliothek chose another approach than the Library of Congress. Instead of just publishing authority records in RDF and assigning URIs (Uniform Resource Identifiers) to these records they created URIs for the things the authority records describe, i.e. for persons, corporate bodies topics etc. "http://dnb.info/" is used as namespace where the respective GND ID is appended. For example: The ID for Tolkien's authority record is '118623222' and his Linked data URI is 'http://d-nb.info/gnd/118623222'. You can fetch the following RDF information from this URI (snippet, in turtle notation):

GND authority data in RDF

@prefix foaf: <http://xmlns.com/foaf/0.1/> .
@prefix gndo: <http://d-nb.info/standards/elementset/gnd#> .
@prefix owl: <http://www.w3.org/2002/07/owl#> .

<http://d-nb.info/gnd/118623222>
    gndo:gndIdentifier "118623222" ;
    gndo:preferredNameEntityForThePerson [
        gndo:forename "J. R. R." ;
        gndo:surname "Tolkien"
    ] ;
    gndo:preferredNameForThePerson "Tolkien, J. R. R." ;
    a gndo:DifferentiatedPerson ;
    owl:sameAs <http://dbpedia.org/resource/J._R._R._Tolkien>, <http://viaf.org/viaf/95218067> ;
    foaf:page <http://de.wikipedia.org/wiki/J._R._R._Tolkien> .

As you can see, the German Integrated Authority File (GND) has its own ontology (GND ontology, see here for an overview over the ontology's class hierarchy) created and maintained by the DNB. The owl:sameAs links to DBpedia and VIAF (which models person authorities as persons, not as strings) clearly show that GND defines name authorities as persons with an ID and not simply as name authorities with canonical strings.

Linking to GND using Dublin Core & MARC relators

From 2010 on a handful of libraries and library service centers in Germany started publishing their bibliographic records as linked data. As one might expect reading the previous paragraph, it was quite easy for them to not only produce RDF but to link to other datasets, at least to the GND. Just take a look at these examples from two German union catalogs in RDF: lobid and b3kat.

In 2012, the DNB started publishing the German national bibliography as linked data. Also in 2012, different linked data publishers form the German-speaking library world started working together within the KIM-DINI working group (KIM = Competence Centre Interoperable Metadata) to promote best practices for the RDF representation of bibliographic records which resulted in a set of recommendations (German, pdf) first published 2013. Following these recommendations, an RDF representation of a DNB title record currently looks like this (snippet):

@prefix dc: <http://purl.org/dc/elements/1.1/> .
@prefix dcterms: <http://purl.org/dc/terms/> .
@prefix marcRole: <http://id.loc.gov/vocabulary/relators/> .

<http://d-nb.info/1022176307>
    marcRole:ill <http://d-nb.info/gnd/156605406> ;
    marcRole:trl <http://d-nb.info/gnd/110833732> ;
    dc:title "Der kleine Hobbit" ;
    dcterms:alternative "The hobbit <dt.>" ;
    dcterms:creator <http://d-nb.info/gnd/118623222> ;
    dcterms:issued "2012" .

You can see how DC terms and MARC relator properties are used to directly link to the persons in the GND authority file. (And yes, the German version of "The hobbit" was named "The small hobbit" though Bilbo is actually of average height — at least for a hobbit.)

Linking to GND using Bibframe (test data)

For some weeks now, DNB provides Bibframe representations of the title records along with the just mentioned linked data. Here is the RDF that you get when requesting it for the same resource:

@prefix bf: <http://bibframe.org/vocab/> .

<http://d-nb.info/1034321757>
    bf:dimensions "20 cm" ;
    bf:ean "9783423715669" ;
    bf:editionStatement "Neuausg." ;
    bf:extent "397 S." ;
    bf:frequency <http://marc21rdf.info/terms/continuingfre%23/u> ;
    bf:illustrativeContentNote "Ill." ;
    bf:instanceOf <http://d-nb.info/bf_temp/work_1034321757> ;
    bf:isbn10 "3423715669" ;
    bf:isbn13 "9783423715669" ;
    bf:modeOfIssuance "Einbändiges Werk" ;
    bf:nbn "13,A46", "13,N20" ;
    bf:responsibilityStatement "John Ronald R. Tolkien. Aus dem Engl. von Walter Scherf. Mit Vignetten von Max Meinzold" ;
    bf:title "Der kleine Hobbit" ;
    a bf:Instance .


<http://d-nb.info/bf_temp/work_1034321757>
    bf:associatedAgent [
        bf:hasGNDLink <http://d-nb.info/gnd/118623222> ;
        bf:label "Tolkien, J. R. R." ;
        bf:resourceRole <http://id.loc.gov/vocabulary/relators/aut> ;
        a bf:Person
    ], [
        bf:hasGNDLink <http://d-nb.info/gnd/110833732> ;
        bf:label "Scherf, Walter" ;
        bf:resourceRole <http://id.loc.gov/vocabulary/relators/trl> ;
        a bf:Person
    ], [
        bf:hasGNDLink <http://d-nb.info/gnd/156605406> ;
        bf:label "Hehn-Kynast, Juliane" ;
        bf:resourceRole <http://id.loc.gov/vocabulary/relators/ill> ;
        a bf:Person
    ], [
        bf:hasGNDLink <http://d-nb.info/gnd/1022774611> ;
        bf:label "Meinzold, Max" ;
        bf:resourceRole <http://id.loc.gov/vocabulary/relators/ill> ;
        a bf:Person
    ] ;
    bf:hasInstance <http://d-nb.info/1034321757> ;
    bf:title "Der kleine Hobbit", "The Hobbit" ;
    bf:uniformTitle "The Hobbit, dt." ;
    a bf:Work .

The most obvious difference compared to the DC-based RDF above is that there are actually two resources — a Bibframe instance and a work. Taking a look at the links to authority data you see what Rob is complaining about: Instead of a simple dcterms:creator link between a bibliographic resource and a person you get a blank node for a Bibframe person that then links to the GND with bf:hasGNDLink. Doesn't look like any sane person would prefer this data over the RDF shown above.

How do others do it?

So we have these two different practices of representing name authority data in RDF and see that the Bibframe initiative — calling itself the "foundation for the future of bibliographic description that happens on the web and in the networked world" — chose a rather impractical approach. This begs the question of how others do this. I understand Bibframe as an initative with an international scope so I guess it should meet the demands and be in line with authority practices around the world.

Below are examples of some RDF representations of records from other name/person authority files (snippets). I won't go into much detail discussing these but will comment on the general approach taken.

viaf.org

VIAF follows the same Linked Data compatible approach as DNB to represent authorities in RDF. Tolkien is typed as foaf:Person and can be directly linked to using properties like dcterms:creator.

Example:

@prefix rdf: <http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#> .
@prefix void: <http://rdfs.org/ns/void#> .
@prefix owl: <http://www.w3.org/2002/07/owl#> .
@prefix viaf: <http://viaf.org/ontology/1.1/#> .
@prefix foaf: <http://xmlns.com/foaf/0.1/> .
@prefix skosxl: <http://www.w3.org/2008/05/skos-xl#> .
@prefix skos: <http://www.w3.org/2004/02/skos/core#> .
@prefix rdaGr2: <http://rdvocab.info/ElementsGr2/> .
@prefix rdfs: <http://www.w3.org/2000/01/rdf-schema#> .
@prefix rdaEnt: <http://rdvocab.info/uri/schema/FRBRentitiesRDA/> .

<http://viaf.org/viaf/95218067>
    rdaGr2:dateOfBirth "1892-01-03" ;
    rdaGr2:dateOfDeath "1973-09-02" ;
    a rdaEnt:Person, foaf:Person ;
    owl:sameAs <http://d-nb.info/gnd/15818212X>, <http://data.bnf.fr/ark:/12148/cb11926763j#foaf:Person>, <http://dbpedia.org/resource/J._R._R._Tolkien>, <http://libris.kb.se/resource/auth/97224>, <http://www.idref.fr/027164918/id> ;
    foaf:name "J.R.R Tolkien", "JRR Tolkien", "John Ronald Reuel Tolkien", "T'olk'in, J. R. R. 1892-1973", ... .

Libris

Looking to Sweden's Libris catalog, we see a lot of similarities to VIAF. Libris primarily types person authorities as foaf:Person but adds a skos:Concept with its own URI which is linked to the person with foaf:focus.

@prefix rdf: <http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#> .
@prefix dbpedia: <http://dbpedia.org/property/> .
@prefix skos: <http://www.w3.org/2004/02/skos/core#> .
@prefix foaf: <http://xmlns.com/foaf/0.1/> .
@prefix rda: <http://RDVocab.info/ElementsGr2/> .
@prefix owl: <http://www.w3.org/2002/07/owl#> .
@prefix dc: <http://purl.org/dc/elements/1.1/> .
@prefix libris: <http://libris.kb.se/vocabulary/experimental#> .
@prefix rdfs: <http://www.w3.org/2000/01/rdf-schema#> .

<http://libris.kb.se/resource/auth/97224>
    rda:dateOfBirth "1892" ;
    rda:dateOfDeath "1973" ;
    dbpedia:birthYear "1892" ;
    dbpedia:deathYear "1973" ;
    libris:key "Tolkien, J. R. R., 1892-1973" ;
    rdf:seeAlso <http://en.wikipedia.org/wiki/J._R._R._Tolkien> ;
    a foaf:Person ;
    rdfs:isDefinedBy <http://data.libris.kb.se/open/auth/97224.rdf> ;
    owl:sameAs <http://dbpedia.org/resource/J._R._R._Tolkien>, <http://id.loc.gov/authorities/names/325978>, <http://viaf.org/viaf/95218067> ;
    foaf:name "J. R. R Tolkien", "John R. R Tolkien", "John Ronald Reuel Tolkien", "Tolkien, J. R. R., 1892-1973", "Tolkien, John R. R., 1892-1973", "Tolkien, John Ronald Reuel, 1892-1973" .

<http://libris.kb.se/resource/auth/97224#concept>
    a skos:Concept ;
    skos:altLabel "J. R. R Tolkien", "John R. R Tolkien", "John Ronald Reuel Tolkien", "Tolkien, J. R. R., 1892-1973", "Tolkien, John R. R., 1892-1973", "Tolkien, John Ronald Reuel, 1892-1973" ;
    skos:exactMatch <http://viaf.org/viaf/95218067/#skos:Concept> ;
    foaf:focus <http://libris.kb.se/resource/auth/97224> .

National Diet Library (NDL), Japan

An authority file of the National Diet Library looks quite similar to Libris' authorities. Interestingly, foaf:primaryTopic is used instead of foaf:focus to link the skos:Concept to the foaf:Person.

@prefix rdf: <http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#> .
@prefix rdfs: <http://www.w3.org/2000/01/rdf-schema#> .
@prefix skos: <http://www.w3.org/2004/02/skos/core#> .
@prefix xl: <http://www.w3.org/2008/05/skos-xl#> .
@prefix rda: <http://RDVocab.info/ElementsGr2/> .
@prefix foaf: <http://xmlns.com/foaf/0.1/> .
@prefix dct: <http://purl.org/dc/terms/> .

<http://id.ndl.go.jp/auth/entity/00000047>
    rda:dateOfBirth "1931" ;
    a foaf:Person ;
    foaf:name "阿部洋" .

<http://id.ndl.go.jp/auth/ndlna/00000047>
    dct:created "1979-04-01" ;
    dct:modified "2005-01-05T10:44:08" ;
    dct:source "奥付", "韓国と台湾の教育開発 / 阿部宗光, 阿部洋 編" ;
    a skos:Concept ;
    rdfs:label "阿部, 洋, 1931-" ;
    skos:exactMatch <http://viaf.org/viaf/sourceID/NDL%7C00000047> ;
    skos:inScheme <http://id.ndl.go.jp/auth#personalNames> ;
    xl:prefLabel [
        ndl:transcription "Abe, Hiroshi, 1931-"@ja-latn, "アベ, ヒロシ, 1931-"@ja-kana ;
        xl:literalForm "阿部, 洋, 1931-"
    ] ;
    foaf:primaryTopic <http://id.ndl.go.jp/auth/entity/00000047> .

Bibliothèque nationale de France

BNF does it the other way around compared to Libris. Here, the a name authority is primarily typed as skos:Concept. This skos:Concept is linked to the person Tolkien using foaf:focus and, thus, enables direct linking to person authorities.

@prefix bio: <http://vocab.org/bio/0.1/> .
@prefix dc: <http://purl.org/dc/terms/> .
@prefix foaf: <http://xmlns.com/foaf/0.1/> .
@prefix owl: <http://www.w3.org/2002/07/owl#> .
@prefix rdagroup2elements: <http://RDVocab.info/ElementsGr2/> .
@prefix rdfs: <http://www.w3.org/2000/01/rdf-schema#> .
@prefix skos: <http://www.w3.org/2004/02/skos/core#> .


<http://data.bnf.fr/ark:/12148/cb11926763j>
    a skos:Concept ;
    rdfs:seeAlso <http://catalogue.bnf.fr/ark:/12148/cb11926763j>, <http://fr.wikipedia.org/wiki/J._R._R._Tolkien> ;
    owl:sameAs <http://dbpedia.org/resource/J._R._R._Tolkien>, <http://isni-url.oclc.nl/isni/0000000121441970>, <http://www.idref.fr/027164918> ;
    skos:altLabel "John Ronald Renel Tolkien (1892-1973)"@fr ;
    skos:prefLabel "John Ronald Reuel Tolkien (1892-1973)"@fr ;
    foaf:focus <http://data.bnf.fr/ark:/12148/cb11926763j#foaf:Person> .

<http://data.bnf.fr/ark:/12148/cb11926763j#foaf:Person>
    a foaf:Person ;
    rdagroup2elements:biographicalInformation "Romancier. - Professeur de langue et littérature anglo-saxonnes" ;
    rdagroup2elements:dateOfBirth <http://data.bnf.fr/date/1892/> ;
    rdagroup2elements:dateOfDeath <http://data.bnf.fr/date/1973/> ;
    rdagroup2elements:fieldOfActivityOfThePerson <http://dewey.info/class/800/>, "Littératures" ;
    rdagroup2elements:languageOfThePerson <http://id.loc.gov/vocabulary/iso639-2/eng> ;
    dc:date "1892-1973" ;
    bio:Birth "1892-01-03" ;
    bio:Death "1973-09-02" ;
    owl:sameAs <http://viaf.org/viaf/95218067> ;
    foaf:birthday "01-03" ;
    foaf:depiction <http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d9/Tolkien_1916-2.jpg/200px-Tolkien_1916-2.jpg> ;
    foaf:familyName "Tolkien" ;
    foaf:gender "male" ;
    foaf:givenName "John Ronald Reuel" ;
    foaf:name "John Ronald Reuel Tolkien" ;
    foaf:page <http://data.bnf.fr/ark:/12148/cb11926763j> .

Biblioteca Nacional de España

Looking at the BNE authority data what sticks out is the use of IFLA's FRBR and FRAD vocabularies. Obviously, BNE follows existing Linked Dta practices and doesn't emphasize the canonical strings as it types name authorities as persons. This becomes evident by the owl:sameAs links to GND, Viaf, Libris etc.

Some help for the people who don't know IFLA's FRBR and FRAD properties by heart:

  • ifla-frbr:C1005 = Person
  • ifla-frbr:P3039 = hasNameOfPerson
  • ifla-frad:P4031 = hasOtherVariantNamePerson
  • ifla-frbr:P3040 = hasDatesOfPerson

Here is a turtle snippet:

@prefix rdf: <http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#> .
@prefix ifla-frbr: <http://iflastandards.info/ns/fr/frbr/frbrer/> .
@prefix ifla-frad: <http://iflastandards.info/ns/fr/frad/> .
@prefix locmads: <http://www.loc.gov/mads/rdf/v1#> .

<http://datos.bne.es/resource/XX933704>
    a ifla-frbr:C1005 ;
    ifla-frbr:P3039 "Tolkien, J. R. R." ;
    ifla-frad:P4031 "Tolkien", "Tolkien, John Ronald Reuel" ;
    ifla-frbr:P3040 "1892-1973" ;
    owl:sameAs <http://d-nb.info/gnd/118623222>, <http://dbpedia.org/resource/J._R._R._Tolkien>, <http://libris.kb.se/resource/auth/97224>, <http://viaf.org/viaf/95218067>, <http://www.idref.fr/027164918/id> .

Rådata nå!

(Update, 2015-09-23)

Re-reading this, I noticed that I missed Rådata nå! one of the first authority files that was available as Linked Open Data. For the sake of comprehensiveness and to pay tribute to this pioneer effort in publishing library authorites, I am adding it now. Rådata nå! follows a pattern that is quite similar to VIAF. It uses a mix of vocabularies (FOAF, Dublin Core, SKOS and others), typing a person authority with foaf:Person and putting owl:sameAs to VIAF, GND and DBpedia. Example snippet:

@prefix rdf: <http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#> .
@prefix radatana: <http://def.bibsys.no/xmlns/radatana/1.0#> .
@prefix skos: <http://www.w3.org/2004/02/skos/core#> .
@prefix foaf: <http://xmlns.com/foaf/0.1/> .
@prefix owl: <http://www.w3.org/2002/07/owl#> .
@prefix dc: <http://purl.org/dc/terms/> .
@prefix whois: <http://www.kanzaki.com/ns/whois#> .
@prefix rdfs: <http://www.w3.org/2000/01/rdf-schema#> .

<http://data.bibsys.no/data/notrbib/authorityentry/x90061718>
radatana:catalogueName "Ibsen, Henrik" ;
dc:identifier "x90061718" ;
dc:modified "2009-11-27"^^<http://www.w3.org/2001/XMLSchema#date> ;
whois:since "1828"^^<http://www.w3.org/2001/XMLSchema#gYear> ;
whois:until "1906"^^<http://www.w3.org/2001/XMLSchema#gYear> ;
a foaf:Person ;
rdfs:label "Henrik Ibsen" ;
owl:sameAs <http://d-nb.info/gnd/118555286>, <http://dbpedia.org/resource/Henrik_Ibsen>, <http://viaf.org/viaf/71378383> .

Conclusion

As the overview shows, one currently can not find any other institution that follows an authority approach similar to the Library of Congress' that focuses on canonical strings. I guess, if Bibframe wants to be picked up by a broad mass of institutions internationally it will have to accomodate to the existing environment which would mean re-thinking Bibframe authorities by putting the primary focus on an approach that supports direct linking to persons as authorities. Today's mails on the Bibframe list by Kevin Ford of LoC (especially this one) give some hope that this may actually happen.

In Kevin Ford's and Ray Denenberg's first reply to Rob Sanderson's text on the Bibframe mailing list they write:

"BIBFRAME has explicitly stated that bf:Authority is not designed to compete with existing library authority efforts or replicate traditional library authorities. Furthermore, nowhere is it ever asserted that 'bf:Person != foaf:Person' and nowhere is it said that 'bf:Authority == madsrdf:Authority'. Nothing, either way, is actually declared presently. Rather, bf:Authority is an abstraction allowing the implementer to reference a traditional authority. It is these traditional authorities that include the strings in question.".

It is correct that there is no explicit and formal statement that a bf:Authority can not be a foaf:Person and must be a mads:Authority. But the use of a vocabulary is not only (and probably even not in the first place) guided by its RDFS/OWL representation. Examples and tools can have a lot more power directing the use of a vocabulary. The example Bibframe data from Deutsche Nationalbibliothek shown above makes clear that even early implementers (at least one) obviously did understand Bibframe authorities as string-centric (otherwise they'd put a direct link to the GND into the data).

Besides the DNB Bibframe test data, there exist other examples suggesting Bibframe is primarily dealing with string authorities:

  • Definitions and names currently have a lot of "controlled name" in them, e.g. http://bibframe.org/vocab/Person.html.
  • Examples in the Bibframe vocabulary documentation, e.g. at [http://bibframe.org/vocab/creator.html])(http://bibframe.org/vocab/creator.html).
  • Output of the Bibframe Editor, here is some example output I get when I chose a LoC person authority to link to (converted to turtle):

    @prefix rdf: <http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#> .
    
    
    <http://example.org/46bf66bc-51e0-4c80-9444-79141c2e28cc>
        <http://bibframe.org/vocab/language> <http://id.loc.gov/vocabulary/languages/eng> ;
        <http://bibframe.org/vocab/title> "Ways of Worldmaking" ;
        <http://id.loc.gov/vocabulary/relators/aut> <http://example.org/6636d72e-9933-649a-b769-2ef41d241937> ;
        a <http://bibframe.org/vocab/Work> .
    
    
    <http://example.org/6636d72e-9933-649a-b769-2ef41d241937>
        <http://bibframe.org/vocab/authoritySource> <http://id.loc.gov/authorities/names> ;
        <http://bibframe.org/vocab/authorizedAccessPoint> "Goodman, Nelson"@en ;
        <http://bibframe.org/vocab/hasAuthority> <http://id.loc.gov/authorities/names/n50037322> ;
        a <http://bibframe.org/vocab/Person> .
    

If Bibframe wants to make clear that it in fact does NOT require people to use blank nodes with string authorities and that it supports and may even prefer direct interlinking of works and associated agents then it should behave like that and replace the current definitions, examples and output of the Bibframe editor. It would be even better if the Library of Congress changed its approach of modeling its own authorities and added URIs for the real-world objects (persons, corporate bodies etc.) to their authority data so that one could directly link to them.

2014-03-06

Sammelband herausgeben: Gelernt ✓

Im letzten Jahr wurde der von Patrick Danowski und mir herausgegebene Sammelband "(Open) Linked Data in Bibliotheken" veröffentlicht. In meinem Beitrag dazu schrieb ich:
"Es war auf jeden Fall eine interessante Erfahrung für mich, einen solches Druckwerk herauszugeben.  Ich habe eine Menge dabei gelernt und würde einiges beim nächsten Mal anders machen. (Dass es ein nächstes Mal geben wird, bezweifle ich allerdings ernsthaft.) Hoffentlich finde ich noch die Zeit, meine Erfahrungen in einem separaten Beitrag zu niederzuschreiben..."
Da Christian Hauschke in einem Kommentar sein Interesse an einem entsprechenden Beitrag angemeldet hatte, liefere ich hier nun nach und schreibe mal auf, was ich gelernt habe, wie ich ein solches Projekt beim nächsten Mal angehen würde und welche weitere Unterstützung mir von Verlagsseite willkommen wäre.

Ein Projekt

Zunächst mal ist klarzustellen: Bei der Erstellung und Veröffentlichung eines Sammelbands handelt es sich um ein größeres Projekt, an dem ein mittelgroßes Projektteam beteiligt ist. In unserem Fall bestand das Projektteam aus 17 Autorinnen und Autoren (inklusive der beiden Herausgeber) sowie zwei Ansprechpartnerinnen bei de Gruyter. Das Projekt dauerte knapp zwei Jahre. (Die Idee eines solchen Sammelbands hatte Patrick mir bereits im Sommer 2011 unterbreitet. Begonnen hat das Projekt Anfang November 2011 als Patrick mir den Link zum ersten Entwurf des Call for Participation (CfP) schickte. Ende September 2013 habe ich dann die gedruckten Belegexemplare in Händen gehalten, womit für mich das Projekt abgeschlossen war. [1])

Dass das Projekt – wie so viele andere auch – nicht ganz wie geplant abgelaufen ist, zeigt sich in der Diskrepanz zwischen dem ursprünglich angekündigtem und dem tatsächlichen Veröffentlichungstermin des Sammelbands. Der CfP lief am 18.3.2012 aus. Darin deuteten wir einen sehr sportlichen Veröffentlichungstermin für Anfang Herbst 2012 an. Die tatsächliche Veröffentlichung war dann allerdings ziemlich genau ein Jahr später als ursprünglich geplant. Welche Probleme gab es? Was habe ich gelernt?

Lektionen

Hier die vier wichtigsten Lehren, die ich aus dem Projekt gezogen habe:

1. Habe realistische Vorstellungen vom Gesamtaufwand.
Ich hatte auf jeden Fall den Aufwand dieses Unternehmens stark unterschätzt. Ein Sammelband lässt sich nicht mal eben nebenher herausgeben! Für die Akquise von Beiträgerinnen und Beiträgern, das Lesen der Einreichungen und die gesamte Kommunikation ist eine Menge Zeit einzuplanen.

2. Plane gut.
Es sollten von Beginn alle Aufgaben gesammelt und realistische Fristen für deren Erledigung festgelegt werden. Das heißt: Sowohl die Autorinnen und Autoren als auch die Herausgeber sollten sich in der Lage fühlen, ihre jeweiligen Aufgaben innerhalb der vorgegebenen Fristen zu erledigen.
Beispielsweise hatten Patrick und ich in der ursprünglich für Texterstellung, Gegenlesen, Rückmelden und Verbessern der Texte vorgesehenen Phase nicht genug Zeit, weshalb wir die Zeitplanung bereits in dieser Phase nach hinten verschieben mussten. So etwas ist war vor allem für jene fleißigen Autorinnen und Autoren blöd, die sich an die Fristen halten und dann aber am längsten auf die Veröffentlichung ihrer Texte warten müssen. :-/ Da davon auszugehen ist, dass schon einige der Beiträge für Verzögerungen sorgen, ist es eigentlich Aufgabe der Herausgeber nachzuhaken und nötigenfalls Druck zu machen anstatt selbst für Verzögerungen zu sorgen.

3. Dokumentiere den Fortschritt und sorge für Einhaltung der Fristen.
Insbesondere bei zwei Herausgebern essentiell: ein Ticketsystem benutzen, in dem alle Aufgaben, deren Fristen und Fortschritte dokumentiert werden. So kann sich jeder in kurzer Zeit einen Überblick über den Stand des Projekts verschaffen. Es sollte zudem eine klare Festlegung geben, wie mit Nichteinhaltung der Fristen umgegangen wird und nach wie vielen Erinnerungen ein Beitrag gestrichen wird. Diese Vorgehensweise sollte säumigen Autoren klar kommuniziert werden. (Wir sind einem Beitrag monatelang hinterhergelaufen ehe wir unsere Bemühungen aufgaben und ihn endgültig aufgaben.)

4. Beschränke deinen eigenen Textbeitrag auf ein Minimum.
Wir hatten uns einiges vorgenommen: Neben der Herausgeberschaft haben Patrick und ich selbst noch einen der längsten Beiträge geschrieben, und ich habe zusätzlich noch ein Glossar zusammengestellt. Da die ganze Arbeit als Herausgeber schon eine Menge Aufwand bedeutet, ist es sinnvoll, sich mit eigenen Beiträgen zum Sammelband zurückzuhalten und sich z. B. auf ein knappes Vorwort zu beschränken.

Aufgaben eines Herausgebers: eine Übersicht

Die folgende Mindmap versucht einen Überblick über die Aufgaben zu geben, die bei der Herausgabe eines Sammelbands anfallen. (Update: Die Mindmap kann hier – z. B. wenn die Einbettung nicht funktioniert – direkt angeschaut werden.)
Im folgenden werde ich auf einige dieser Aufgaben etwas näher eingehen.
Update, Nov. 2014: Die Mindmap ist leider nicht mehr vorhanden, weil anonyme Maps auf Mindmup nur 6 Monate gespeichert werden, was mir bei Publikation leider nicht mitgeteilt wurde. Ich habe leider keine lokale Kopie der letzten Version. :-/

Kernaufgaben

Die drei Bereiche AkquiseAuswahl und Redaktion stellen sicher die Kernaufgaben einer Herausgeberschaft dar (weshalb sie in der Mind Map auch alle in derselben dunkelblauen Farbe dargestellt sind).
  • Die Akquise bedeutete für uns zum einen das Verschicken des CfP und zum anderen das direkte Anschreiben und Ansprechen potentieller Autorinnen und Autoren.
  • Die Arbeit bei der Auswahl hat sich bei uns in Grenzen gehalten, da wir nur eine potentielle Ablehnung diskutieren mussten. Sollten mehr Beiträge vorgeschlagen werden als in den geplanten Sammelband aufgenommen werden können, kann die Auslese der Beiträge allerdings eine Menge Zeit in Anspruch nehmen.
  • Die Redaktion war sicherlich die aufwändigste der drei Kernaufgaben. Dabei wurden die Texte etwa zwei- bis zehnmal Mal zwischen den Beiträgern und Herausgebern hin- und hergeschickt und teilweise längere inhaltliche Diskussionen geführt.
    Glücklicherweise wurde uns die finale Lektoratsarbeit vom Verlag übernommen, was uns eine Menge Arbeit gespart hat.

Selber schreiben

Die Produktion eines eigenen Beitrags (in der Mindmap hellblau) nimmt selbst nochmal eine ganze Menge Zeit neben der eigentlichen Herausgeberschaft in Anspruch. Neben der Recherche und der Lektüre einer Menge verschiedener Texten muss ein eigener Text verfasst, diskutiert und in vielen Zyklen angepasst werden, bis eine publikationswürdige Version herauskommt. Deshalb sollte man sich – wie bereits erwähnt – gut überlegen, ob man neben der Herausgabe auch noch einen eigenen Text beitragen will .

Projektmanagement & Kommunikation

Neben diesen Kernaufgaben habe ich in der Mind Map noch zwei weitere Aufgabenbereiche identifiziert: Kommunikation (gelb) und Projektmanagement (orange). [2] Dies sind zentrale Aufgaben eines jeden Projekts, ganz gleich, ob es sich dabei um die Herausgabe eine Sammelbandes, die organisationsweite Einführung einer neuen Softwarelösung oder die Ausrichtung der olympischen Spiele handelt. Hier gehe ich allerdings nur auf ersteres konkret ein.

Projektmanagement

Vor Verbreitung eines Call for Participation sollten die Heraugeber gemeinsam einen Projektplan erstellen, der festlegt, zu welchem Zeitpunkt die verschiedenen Meilensteine erledigt sein sollten. (Man kann das dann auch in einem Gantt-Diagramm festhalten, muss man aber nicht.)

Sobald es mehr als einen Herausgeber gibt, sollte eine Person für das Projektmanagement ausgewählt werden. Diese Person ist dann hauptverantwortlich dafür, dass allen Beteiligten die Fristen kommuniziert werden und auf deren Einhaltung abgezielt wird. Bei Verzögerungen ist das Projektmanagement auch verantwortlich für die Aktualisierung des Projektplans.

Schließlich sind die Herausgeber sowie im besten Fall auch die Autorinnen für die Dokumentation des Fortschritts verantwortlich. Zumindest dem Projektmanagement sollte jeweils klar sein: Wie weit ist ein Text gediehen? In welchem Status ist er beim Korrekturlesen? Wann wurde Autor X das letzte mal an die Frist erinnert? etc. Wie oben bereits erwähnt, würde ich all dies mittlerweile nicht mehr ohne ein Ticketing-System tun, in dem für jede (Unter-)Aufgabe ein Ticket angelegt wird und die dazugehörigen Kommentare den aktuellen Stand wiedergeben. Auf diese Weise habe ich selbst den besten Überblick, was ich bereits getan habe und was als nächstes zu erledigen ist. [3]

Kommunikation

Im Laufe der Arbeit an einem Sammelband müssen die Herausgeber mit verschiedenen Personengruppen kommunizieren.

Sollte es – wie in unserem Fall – mehrere Herausgeber geben, so ist das zunächst die Kommunikation zwischen den Herausgebern. Die direkte Kommunikation lässt sich auf ein Minimum reduzieren, wenn am Anfang genug Zeit in die gemeinsame Erstellung eines tragfähigen Projektplans gesteckt wird, die Verantwortlichkeiten klar verteilt sind und ein Ticketing-System zur Fortschrittsdokumentation genutzt wird.

Die Kommunikation mit dem Verlag war in unserem Fall meist auf ein Minimum reduziert. Es gab aber bestimmte Arbeitsabschnitte und Diskussionspunkte, zu denen wir uns recht intensiv mit den Verlagsvertreterinnen austauschten. Das ging mit der Vertragsgestaltung und Lizenzfragen los (de Gruyter ist nicht dran gewöhnt, dass Herausgeber eine offene Lizenz fordern, wenn auch Patrick bereits einen Sammelband unter ähnlichen Bedingungen mit de Gruyter veröffentlicht hat) und endete bei der Betitelung des Sammelbandes. Die meiste Zeit hat allerdings der konkrete Austausch zu den einzelnen Texten in Anspruch genommen, da de Gruyter wie gesagt wertvolle Korrekturen und Verbesserungsvorschläge geliefert hat.

Kommunikation mit Autorinnen: Die Vorschläge des Verlags mussten – genauso wie unsere eigenen – mit den Autorinnen und Autoren abgesprochen werden. Dadurch entstand ein mehrmaliges Hin und Her ehe die finale Fassung eines Textes vorlag. Wir mussten uns auf Zitiervorgaben einigen und diese durchsetzen, aufkommende Fragen verschiedener Art beantworten und bei säumigen Autoren nachhaken. Geplant war auch eine stärkere Vernetzung der Autorinnen und Autoren untereinander, um inhaltliche Wiederholungen zu vermeiden, Querverweise zwischen den Texten einzubauen und so den Sammelband mehr als eine Gesamtheit und nicht bloß als eine Ansammlung separater Texte umzusetzen. Dies hat in gewissem Maße geklappt, allerdings hätten wir als Herausgeber da noch mehr leisten können.

Was könnte der Verlag verbessern?

Ich bezweifle, dass der papierne Sammelband das Medium der Zukunft ist. Für Texte im Artikelformat bietet sich doch eher das Web als Publikationsmedium an, weshalb Verlage m. E. zumindest eine parallele Publikation der Papierfassung sowie einer PDF- und einer HTML-Version anstreben sollten. Ich hatte mich dennoch bereiterklärt, an der Erstellung eines Druckwerks mitzuwirken, vor allem, um das Thema Linked Open Data auch mal an andere Leute als z. B. die Leser dieses Blogs heranzubringen. (Ich weiß leider nicht, ob diese Rechnung aufgegangen ist...)

Insgesamt habe ich mich vom Verlag de Gruyter gut betreut gefühlt. Ich war froh über die Rat- und Vorschläge aus dem Verlag und das professionelle Lektorat. Und natürlich war es mir wichtig, dass de Gruyter unsere Bedingungen hinsichtlich einer offenen Lizenzierung (CC-BY) erfüllt hat. Sind Unklarheiten oder Meinungsverschiedenheiten aufgekommen, so habe ich die Diskussionen mit den Verlagsvertretern jederzeit als offen und konstruktiv wahrgenommen.
Allerdings empfand ich die Verlagspraktiken nicht überall als entlastend und schließe diesen Beitrag mit zwei Vorschlägen, wie die Arbeit von Sammelbandherausgebern durch einen Verlag noch weiter erleichtert werden könnte.
  • Ein Leitfaden für Herausgeber, der die wichtigsten Aufgaben eines Herausgebers und Strategien für deren erfolgreiche Umsetzung nennt, hätte mir – als Newbie in diesem Bereich – sehr weitergeholfen. Ich habe auch im Web nach einem solchen Leitfaden recherchiert und auf die Schnelle nichts gefunden. Hinweise in den Kommentaren sind willkommen. (Falls jemand vorhat, einen solchen Leitfaden zu erstellen: Dieser Text steht unter der CC0 Public Domain Dedication und kann ohne jegliche Bedingungen ganz oder in Teilen weiterverwendet werden.)
  • Ich würde eigentlich von einem modernen Verlag eine gewisse Flexibilität hinsichtlich der möglichen Dateiformate der Textbeiträge erwarten. Mich hat es sehr verwundert und gestört, dass die Texte allein als docx eingereicht werden konnten, was für mich u. a. bedeutete, dass ich monatelang mit Windows arbeiten musste, wo ich seit einigen Jahren – so weit es eben geht – sowohl beruflich wie auch privat auf ein Linux-Betriebssystem (Ubuntu) umgestiegen bin. (Offensichtlich ist das alleinige Akzeptieren von MS-Word-Formaten Standard bei Verlagen wie mir beim Lesen eines Blogbeitrags von Martin Fenner klar wurde.) Meines Erachtens sollte ein Verlag nicht nur eine docx-Vorlage, sondern zumindest auch eine LaTeX- und eine Markdown-Vorlage anbieten und sinnvollerweise auch eine odt-Vorlage. Das dürfte den Formatierungsaufwand für den Verlag sogar mittelfristig reduzieren. Im Falle unseres Sammelbandes hätten sicher einige der Autorinnen und Autoren Alternativen zu Microsoft-Office-Formaten begrüßt.

Fußnoten
[1] Dem könnte man widersprechen mit dem Hinweis darauf, dass ein Projekt erst nach Fertigstellung eines Projektberichts inklusive der Lessons Learned abgeschlossen ist. Demnach wäre das Projekt erst mit Veröffentlichung dieses Beitrags beendet.

[2] Es sei dahingestellt, ob es sinnvoll ist, Kommunikation als separaten Aufgabenbereich hinzustellen. Schließlich spielt das Kommunizieren – mit den Autorinnen und Autoren und den Verlagsvertreterinnen sowie der Herausgeber untereinander – bei der Herausgabe eines Sammelbands an fast jeder Stelle eine wichtige Rolle. Da es viel Zeit in Anspruch nimmt, scheint es mir jedenfalls sinnvoll, das hier gesondert aufzuführen.

[3] Ich werde versuchen, im hbz-LOD-Blog in der nächsten Zeit einmal die Projektmanagement-Praktiken vorzustellen, die wir bei den entsprechenden hbz-Projekten etabliert haben. (@Christian: Du kannst mich gerne wieder dran erinnern, falls nach dieser Ankündigung wieder nichts passieren sollte. :-)

2013-10-06

Sammelband "(Open) Linked Data in Bibliotheken" veröffentlicht


(Open) Linked Data in Bibliotheken - Buchcover
Ich freue mich, die Publikation des Sammelbandes "(Open) Linked Data in Bibliotheken" bekanntzugeben, den ich gemeinsam mit Patrick Danoswki herausgegeben habe. Bereits vor zwei Wochen sind die gedruckten Belegexemplare angekommen. Seit letztem Montag ist der Sammelband auch Open Access verfügbar unter  http://dx.doi.org/10.1515/9783110278736.

Vielen Dank an alle Autorinnen und Autoren für ihre Beiträge! Es hat mir Freude gemacht, mit euch zusammenzuarbeiten. Vielen Dank auch an unsere Ansprechpartnerinnen bei de Gruyter!

Unten eine Inhaltsübersicht mit den DOI-Links zu den einzelnen Beiträgen.

Leider kann man die URLs nicht nur in der Printfassung nicht anklicken, sondern auch in der PDF-Version des Verlags. Da sich in Patricks und meinem Sammelbandbeitrag eine Vielzahl von Links finden, habe ich auf E-LIS zusätzlich zur Print-PDF-Version die Preprint-Version des Artikels - mit klickbaren URLs -  hochgeladen (siehe den Link unten). Pascal Christoph hat das noch viel besser gemacht und vorbildlich seinen Beitrag mit RDFa angereichert veröffentlicht, siehe seinen Blogpost dazu.

Ein LOD-Glossar zum Remixen

Hier möchte ich noch besonders auf das Glossar hinweisen, das ich für den Sammelband zusammengestellt habe. Es umfasst etwa vierzig Lemmata aus dem Bereich Linked Open Data in Bibliotheken. Mittlerweile wurde das Glossar in die Obhut der DINI AG KIM übergeben, in deren Rahmen es gemeinsam weitergeführt werden soll. Die jeweils aktuelle Version findet sich auf github (http://git.io/UmPKaA). Bisher bin ich allerdings der einzige, der weitergearbeitet hat.
Andere sind herzlich eingeladen, das Glossar (es steht unter der CC0) in anderen Kontexten zu nutzen, zu ergänzen und im besten Fall die Änderungen und Korrekturen wieder zu teilen.

Viel gelernt

Ich bin sehr froh darüber, dass der Sammelband endlich veröffentlicht ist und alle Beteiligten m. E. mit dem Ergebnis zufrieden sein können. Es war auf jeden Fall eine interessante Erfahrung für mich, einen solches Druckwerk herauszugeben. Ich habe eine Menge dabei gelernt und würde einiges beim nächsten Mal anders machen. (Dass es ein nächstes Mal geben wird, bezweifle ich allerdings ernsthaft.) Hoffentlich finde ich noch die Zeit, meine Erfahrungen in einem separaten Beitrag zu niederzuschreiben...

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